Von DJ Bodycheck:
Turnierbericht Ocean Beach 2010 (mit Tsunami)
hallo DJs...
...nur ein kurzer bericht aus dem spaetsommerlichen neuseeland:
zufaellig schaffte ich es gerade rechtzeitig aus dem endlosen
deutschen winter zur diesjaehrigen auflage des legendaeren
strandturniers von ocean beach. wie immer wurden 6 teams a 10 leute
aus dem hut zusammengelost, holten sich ihre inbegriffenen shirts und
scheiben ab, und los gings vor grandioser kulisse am ca. 100 meter
breiten pazifikstrand. durch die teilnahme von 2 schweizern und 1
oesterreicherin sowie sage und schreibe 8 deutschen ergab sich eine
rekordzahl von teilnehmenden deutschmuttersprachlern (noch dazu waren
mindestens 3 kiwis des deutschen maechtig!). am sonnabendmorgen briste
es ganz gewaltig landauf, und so blieben die scores doch ziemlich
niedrig. im ersten spiel meiner mannschaft stand es kurz vor schluss
4:4, und irgendwie vertendelten wir den letzten punkt vollkommen
unnoetig (ein betrunkener captain war da nicht eben hilfreich),
rafften uns im naechsten spiel nach einem fruehen 1:3 rueckstand aber
auf und gewannen noch klar 7:4. im dritten spiel steigerten wir uns
weiter auf ein klares 8:3. zwischendurch stattete eine schule grosser
tuemmler unserem strand einen besuch ab und vergnuegte sich beim
wellenreiten in der brandung. meine mannschaft konnte ihren
erfolgreichen tagestrend im letzten sonnabendspiel beibehalten und
gewann souveraen mit 8:4. anschliessend sprangen wir in die brandung;
leider waren da die delphine schon weitergezogen. immerhin wurden noch
ein paar stechrochen gesichtet.
nach ausgiebigem abendmahl am oertlichen klubhaus der
rettungsschwimmer (von denen auch einer regulaer mitspielte) stieg die
obligatorische party. dazu glitzerten ein beinahe voller mond und jede
menge sterne ueber der fast unbewegten see. am sonntagmorgen wurde
dann in aller herrgottsfruehe ausgiebig und unerbittlich eine autohupe
betaetigt: eine tsunamiwarnung war nach dem chile-erdbeben ausgegeben
worden! alle mussten sogleich ihre zelte abbrechen und autos in hoeher
gelegenes gelaende abfahren, und dann hiess es abwarten. zum glueck
steht besagtes klubhaus hoch genug, und da sass nun die gesamte
turnierfamilie und wartete auf die angekuendigte wasserwand. doch
irgendie tat sich nichts. nach ungefaehr zweieinhalb stunden machte
der TD die ansage, dass der strand zwar weiterhin offiziell gesperrt
sei, aber wir trotzdem weiterspielen koennen, solange wir uns an das
ausgemachte trillerpfeifensignal der rettungsschwimmer hielten und im
ernstfall sofort vom spielfeld die duenen hinanstuermen wuerden. also
begaben wir uns - bei unveraendert steifer brise - zu den letzten noch
ausstehenden round robin-spielen, wobei mein team im ersten spiel des
tages ziemlich uebel mit 3:7 unterging. wie es der zufall wollte,
reichte es trotz zweier niederlagen am ende jedoch zur finalteilnahme
- erneut gegen unsere morgendlichen besieger (das team von
turniergruender brendon love, gegen den mindestens dj lucky luke in
der schweiz auch schon mal gespielt hat). diesmal - der nachmittag war
inzwischen schon weit fortgeschritten - waren wir bedeutend besser auf
die herausforderung eingestellt und revanchierten uns deutlich. beim
stande von 6:3 waren nur noch 3 minuten zu spielen, doch der letzte
punkt zog sich eeeeeeeewig hin, mit ich weiss nicht wievielen
verfehlten paessen auf beide endzonen, bevor ein anfaenger aus meinem
team sich schliesslich erbarmte und schoen mittig in der zone mit
einem beherzten dive die scheibe zentimeter ueber dem gluehenden sand
erheischte. damit hatten wir das morgendliche resultat punktgenau
umgedreht und uns als turniersieger das abschliessende bad in den
tuerkisfarbenen und tsunamibedrohten fluten redlich verdient.
kurioserweise landeten wir beim spirit-score hingegen auf dem letzten
platz... TD Jordan ermunterte mich noch, die werbetrommel zu ruehren
(was ich hiermit getan habe), damit 2011 der rekord an deutschen
teilnehmern noch ueberboten werden kann. Also: DJs nach down under!
zuvor werde ich aber erstmal wieder die nordhalbkugel bespielen
man
sieht sich also bestimmt demnaechst (wenn auch nicht am strand von
paganello; das schaffe ich beim besten willen nicht) - DJ Bodycheck
PS. wie sich hinterher herausstellte, war der morgendliche alarm kein
blinder gewesen und der tsunami ziemlich exakt zur vorhergesagten zeit
angelangt, allein mit einer hoehe von gerade mal 30 zentimetern war er
trotz gemeinschaftlichen angestrengten beobachtens beim besten willen
nicht von der brandung zu unterscheiden.